Im Alltag zählen UV-Schutz, eine passende Tönung und Gläser, die auch seitlich genügend Licht abhalten. Beim Fliegen gelten zusätzlich die Vorgaben für das jeweilige Flugzeug und den Betrieb. Polarisierte und selbsttönende Gläser sind im Cockpit häufig ungeeignet.
Alltag oder Cockpit?
Klären Sie zuerst, wo Sie die Pilotenbrille tragen möchten. Wenn Sie die Brille in der Freizeit tragen, etwa beim Spazierengehen oder auf dem Weg zur Arbeit, achten Sie auf UV-Schutz und Blendschutz. Auch die Passform sollte stimmen. Die klassische Form ist dabei eine Stilentscheidung.
Im Cockpit gelten andere Anforderungen. Die US-amerikanische Luftfahrtbehörde FAA empfiehlt eine neutrale graue Tönung und rät von polarisierten sowie selbsttönenden Gläsern ab. Die britische Luftfahrtbehörde CAA nennt Grau oder Braun als geeignete Tönungen und warnt ebenfalls vor Polarisation und selbsttönenden Gläsern. Die Empfehlungen stammen aus unterschiedlichen Zuständigkeiten und ersetzen nicht die Vorgaben für Ihr Flugzeug oder Ihren Betrieb. Wenn Sie regelmäßig oder beruflich fliegen, besprechen Sie die Auswahl mit einer Fachperson, die Ihre Flugbedingungen kennt.
UV-Schutz prüfen
Dunkle Gläser schützen nicht automatisch besser vor UV-Strahlung. Die Tönung mindert sichtbares Licht; der UV-Schutz hängt von den Eigenschaften des Glases ab. Achten Sie auf eine klare Angabe wie „UV400“ oder auf den ausgewiesenen Schutz vor 99 bis 100 Prozent der UVA- und UVB-Strahlung.
Prüfen Sie außerdem, ob die Sonnenbrille eine CE-Kennzeichnung, Angaben zur Filterkategorie und den Namen des verantwortlichen Herstellers trägt. Das CE-Zeichen steht für grundlegende Sicherheitsanforderungen, sagt aber für sich genommen nichts über besonders gute optische Eigenschaften aus. Bei unklaren Angaben kann ein Optiker die Brille prüfen.
Der Preis ist kein verlässlicher Maßstab für den UV-Schutz. In einer Untersuchung des Schweizer Bundesamts für Gesundheit erfüllten alle 57 geprüften CE-gekennzeichneten Sonnenbrillen die Anforderungen an den UV-Schutz. Bei den untersuchten optischen Eigenschaften zeigte sich kein Qualitätsunterschied zwischen teuren und günstigen Modellen. Das Ergebnis gilt für die 57 geprüften Brillen und lässt sich nicht automatisch auf jedes Modell auf dem Markt übertragen.
Filterkategorie passend wählen
Die Filterkategorie beschreibt, wie viel sichtbares Licht durch die Gläser gelangt. Sie sagt nicht aus, wie gut die Brille UV-Strahlung abhält. Im Alltag kommen meist Kategorie 2 oder 3 infrage. Kategorie 2 eignet sich für normales Tageslicht, Kategorie 3 für starkes Sonnenlicht, etwa am Meer oder in den Bergen.
| Filterkategorie | Lichtdurchlässigkeit | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| 0 | über 80 % | sehr geringe Blendreduktion |
| 1 | 43–80 % | leichte Tönung |
| 2 | 18–43 % | Alltag |
| 3 | 8–18 % | helles Sonnenlicht |
| 4 | 3–8 % | sehr starke Helligkeit |
Kategorie 4 ist für extreme Lichtverhältnisse gedacht und nicht zum Autofahren geeignet. Auch mit anderen Kategorien sollten Sie nachts oder in der Dämmerung keine Sonnenbrille tragen. Beim Fahren müssen Ampeln und andere Signale erkennbar bleiben. Wählen Sie deshalb nicht allein die dunkelste Tönung.
Tönung und Polarisation abwägen
Graue Gläser verändern den Farbeindruck meist wenig. Braune Gläser eignen sich ebenfalls für den Alltag und wirken auf manche Menschen angenehmer. Stark farbige Gläser verändern Farben stärker. Keine Tönungsfarbe belegt den UV-Schutz; dafür zählt die Kennzeichnung des Glases.
Polarisierte Gläser reduzieren störende Reflexe, zum Beispiel auf Wasser oder Schnee. Das ist beim Aufenthalt am Wasser oder bei bestimmten Outdoor-Aktivitäten nützlich. Je nach Blickwinkel können Polarisationsfilter außerdem LCD-Anzeigen, also Flüssigkristallanzeigen, schwerer lesbar machen. Im Cockpit kommen mögliche Probleme mit Instrumenten, Windschutzscheiben und visuellen Hinweisen hinzu. Fürs Fliegen raten FAA und CAA deshalb von polarisierten Gläsern ab. Im Alltag hängt der Nutzen davon ab, wo Sie die Brille tragen und ob Sie Displays gut ablesen müssen.
Selbsttönende Gläser passen ihre Tönung an die Helligkeit an. Im Alltag ersparen sie Ihnen oft den Wechsel zwischen klarer Brille und Sonnenbrille. Im Cockpit dunkeln sie unter Umständen weniger stark ab, weil die Scheibe einen Teil der UV-Strahlung abhält. Außerdem dauert der Wechsel zurück zu hellen Gläsern. Wenn Sie eine Brille fürs Fliegen suchen, orientieren Sie sich an den Empfehlungen für Ihr Einsatzgebiet.
Sitz und Abdeckung testen
Eine Pilotenbrille sollte stabil sitzen, ohne auf Nase oder Schläfen zu drücken. Achten Sie beim Anprobieren darauf, ob die Fassung beim Neigen des Kopfes verrutscht und ob die Bügel hinter den Ohren bequem liegen. Verstellbare Nasenpads helfen, die Brille an die eigene Nase anzupassen, sofern das Modell damit ausgestattet ist.
Die Gläser sollten auch seitlich genügend Licht abhalten. Große Aviator-Gläser bieten dafür oft mehr Fläche, doch die Fassung darf das Sichtfeld nicht einschränken. Wenn Sie fliegen, prüfen Sie zusätzlich, ob die Bügel unter Ihrem Headset bequem bleiben und die Brille bei Bewegung sicher sitzt. Bei einer zu kleinen Fassung fällt Licht an den Rändern ein.
Gesichtsform und Geschmack spielen bei der Auswahl eine Rolle, geben aber keine festen Regeln für Schutz oder Passform vor. Probieren Sie unterschiedliche Größen und Stegbreiten aus. Entscheidend ist, dass die Brille zu Ihrem Gesicht passt und Sie klar sehen.
Sehstärke und Glasmaterial
Wenn Sie eine Sehkorrektur benötigen, lassen Sie die Sonnenbrille mit Sehstärke anfertigen oder wählen Sie eine geeignete Lösung für Ihre vorhandene Brille. Sagen Sie dem Optiker, wofür Sie die Brille nutzen möchten, etwa zum Autofahren, für Sport oder für den täglichen Gebrauch. So lassen sich Tönung und Gläser auf Ihre Sehkorrektur und den Verwendungszweck abstimmen.
Auch das Glasmaterial beeinflusst den Tragekomfort. Mineralglas ist kratzbeständiger und bietet gute optische Eigenschaften, wiegt aber mehr und ist weniger stoßfest als Kunststoff. Kunststoffgläser sind leichter und stoßfester, verkratzen jedoch leichter. Welche Eigenschaft wichtiger ist, hängt davon ab, wie oft und bei welchen Aktivitäten Sie die Brille tragen.























