Die Brille sollte bequem sitzen, die Augen gut abdecken und die Umgebung unverzerrt zeigen. Für Alltag, Autofahrten, Urlaub und Sport gelten unterschiedliche Anforderungen.

UV-Schutz erkennen

Suchen Sie auf der Brille oder den Herstellerangaben nach einer klaren UV-Schutzangabe. „UV400“ bezeichnet Schutz bis zu einer Wellenlänge von 400 Nanometern. Die Angabe „100 Prozent UV-Schutz“ bedeutet nicht automatisch Schutz bis 400 Nanometer. Laut der Sonnenbrillennorm ISO 12312-1:2022 muss die Brille bis 380 Nanometer weniger als 0,05 Prozent der UV-Strahlung durchlassen. Wenn Sie Schutz bis 400 Nanometer suchen, achten Sie ausdrücklich auf „UV400“.

Die Tönung, der Preis und der Markenname ersetzen diese Angabe nicht. Auch polarisierte Gläser bieten nicht automatisch UV-Schutz. Polarisierte Gläser verringern Reflexionen von Flächen wie Wasser oder nasser Fahrbahn. Prüfen Sie den UV-Schutz daher unabhängig davon.

Das CE-Zeichen zeigt, dass die Brille die geltenden EU-Vorschriften erfüllt. Es sagt nichts darüber aus, wie bequem oder haltbar die Brille ist oder wie gut sie optisch verarbeitet wurde. Auch die Angabe „UV400“ lässt sich daraus allein nicht ablesen. Lesen Sie deshalb neben der CE-Kennzeichnung auch die Angaben zu UV-Schutz und Filterkategorie.

Filterkategorie passend wählen

Die Filterkategorie beschreibt, wie viel sichtbares Licht durch die Gläser gelangt. Sie sagt nichts darüber aus, wie gut die Brille UV-Strahlung filtert. Diese Einteilung hilft Ihnen bei der Auswahl:

Situation Passende Orientierung
Alltag bei mäßiger bis sonniger Witterung Kategorie 2
Starke Sonne, Strand, Wasser oder südliche Urlaubsregionen Kategorie 3
Schnee, Gletscher und extreme Helligkeit Kategorie 4

Die Kategorien 2, 3 und 4 lassen laut Schweizer Bundesamt für Gesundheit jeweils etwa 18 bis 43 Prozent, 8 bis 18 Prozent und 3 bis 8 Prozent des sichtbaren Lichts durch. Kategorie 4 ist für extreme Lichtverhältnisse gedacht. Im Straßenverkehr ist sie ungeeignet, weil sie zu wenig Licht durchlässt. Fürs Autofahren kommen eher Kategorie 2 oder 3 infrage. Achten Sie außerdem darauf, dass Ampeln und andere Signalfarben gut erkennbar bleiben.

Tönung und Glasfarbe wählen

Graue und braune Gläser verändern Farben vergleichsweise wenig. Das ist praktisch, wenn Sie beim Fahren oder im Alltag Farben zuverlässig wahrnehmen möchten. Andere Tönungen verändern den Farbeindruck stärker. Prüfen Sie deshalb vor dem Kauf, ob Sie Verkehrssignale und Warnfarben klar erkennen.

Die Tönung sollte zur Helligkeit passen: Bei wechselhaftem Wetter sind sehr dunkle Gläser oft unpraktisch, während sie bei starker Sonne angenehmer sind. Für den Schutz vor UV-Strahlung bleibt die gesonderte Kennzeichnung entscheidend, unabhängig davon, ob die Gläser grau, braun oder anders gefärbt sind.

Sitz und Abdeckung prüfen

Setzen Sie die Brille auf und bewegen Sie den Kopf. Sie sollte stabil sitzen, ohne an Nase oder Ohren zu drücken. Die Gläser sollten die Augen gut abdecken und möglichst wenig Licht von oben oder von den Seiten durchlassen. Größere Gläser, breitere Bügel oder eine stärker gebogene Fassung helfen dabei.

Prüfen Sie auch die Sicht durch die Gläser: Betrachten Sie gerade Linien und bewegen Sie die Brille leicht. Die Linien sollten nicht verzerrt erscheinen. Schlieren, Blasen oder sichtbare Einschlüsse sprechen gegen eine gute Verarbeitung.

Bei der Form dürfen Sie sich an Ihrem persönlichen Stil orientieren. Entscheidend ist, dass die Fassung zu Ihrem Gesicht passt, die Augen ausreichend abdeckt und bequem bleibt. Eine Fassung, die im Spiegel gut aussieht, aber rutscht oder seitlich viel Licht einlässt, ist im Alltag keine gute Wahl.

Sonnenbrille beim Autofahren und Sport

Beim Autofahren brauchen Sie ausreichend Helligkeit und eine verlässliche Farbwahrnehmung. Wählen Sie dafür keine Kategorie 4 und prüfen Sie, ob Ampeln und andere Signale klar zu erkennen sind. Graue oder braune Gläser verändern Farben meist weniger. Polarisierte Gläser mindern Reflexionen auf glänzenden Flächen, ersetzen aber keine UV-Schutzangabe.

Beim Sport zählt neben UV-Schutz auch die Stabilität. Wenn beim Sport Stöße oder Verletzungen drohen, wählen Sie eine robuste Fassung und stoßfeste Gläser. Polycarbonat und Trivex gelten als stoßfeste Materialien. Wählen Sie außerdem einen Sitz, bei dem die Brille bei Bewegung nicht verrutscht.

Kinder und Korrektionsgläser

Kinderaugen reagieren empfindlicher auf UV-Strahlung als Erwachsenenaugen. Wählen Sie für Kinder eine Sonnenbrille mit klar ausgewiesenem UV-Schutz und guter Abdeckung. Eine Kopfbedeckung schützt die Augen nicht ausreichend vor UV-Strahlung.

Bei Sonnenbrillen mit Sehstärke sollten Sie beim Optiker nachfragen, ob die Gläser den gewünschten UV-Schutz bieten. Das gilt besonders, wenn Sie eine bestimmte Schutzangabe wie UV400 erwarten. Auch bei Unsicherheit über die optische Qualität kann ein Optiker die Gläser prüfen.

Preis und Marke belegen keinen besseren UV-Schutz

Ein höherer Preis oder ein bekannter Markenname belegt keinen besseren UV-Schutz. In einer Untersuchung des Schweizer Bundesamts für Gesundheit erfüllten alle 57 geprüften Modelle mit CE-Kennzeichnung die geprüfte UV-Schutzanforderung. Bei den geprüften optischen Eigenschaften zeigte sich kein Unterschied zwischen günstigen und teuren Brillen. Die Untersuchung bezog sich auf den Schweizer Markt. Zu Haltbarkeit und Bruchsicherheit lässt sich daraus keine allgemeine Aussage ableiten.

Vergleichen Sie daher zuerst die Angaben zu UV-Schutz, Filterkategorie und Einsatzbereich. Prüfen Sie anschließend Sitz und Sichtqualität. Herstellerinformationen sollten außerdem die Filterkategorie sowie Hinweise zur Nutzung und Pflege nennen.