Sitzt Ihre alte Brille bequem und gerade, helfen ihre Maße beim Vergleich mit einer neuen Fassung. Auf dem Bügel stehen meist Glasbreite, Stegbreite und Bügellänge. Gleiche Werte garantieren jedoch nicht denselben Sitz.
Vergleichen Sie bei der neuen Fassung dieselben Maße. Prüfen Sie außerdem die Gesamtbreite und die Glashöhe. Auch die Form des Stegs gehört zum Vergleich.
Zahlen am Bügel lesen
Auf der Innenseite eines Brillenbügels steht häufig eine Folge wie 52□18–140. Die Zahlen sind Millimeterangaben: Die Breite eines Glases beträgt 52 mm. Die Stegbreite beträgt 18 mm. Die Bügellänge beträgt 140 mm. Das kleine Quadrat trennt Glas- und Stegbreite. Weitere Zahlen oder Buchstaben können Modell- oder Farbcodes sein.
Die Glasbreite beschreibt die horizontale Breite eines Glases beziehungsweise der Fassungsöffnung. Sie ist nicht die Gesamtbreite der Brille. Die Bügellänge wird üblicherweise vom Scharnier bis zur hinteren Bügelspitze gemessen. Bei manchen Fassungen ist die Prägung schwer lesbar oder nicht vorhanden; dann können Sie die Maße selbst ermitteln.
Glasbreite und Steg vergleichen
Vergleichen Sie die Glasbreite der alten Brille mit der der neuen Fassung. Ähnliche Werte helfen bei der Vorauswahl, doch auch die Form der Gläser und die Position der Scharniere beeinflussen die Breite der Fassung.
Auch die Stegbreite gibt einen Anhaltspunkt dafür, wie die Brille auf der Nase sitzt. Ist der Steg zu breit, kann die Brille rutschen. Ist er zu schmal, kann er Druck ausüben. Die Stegbreite allein zeigt aber nicht, wie die Brille auf Ihrer Nase aufliegt. Ein Optiker kann verstellbare Nasenpads anpassen. Bei einem festen Steg aus Kunststoff ist das nicht in gleicher Weise möglich.
Bügellänge der Brille vergleichen
Eine ähnliche Bügellänge hilft Ihnen, eine neue Fassung mit vergleichbarem Halt zu finden. Auch die Form des Bügels und seine Biegung hinter dem Ohr beeinflussen den Sitz. Ein Optiker kann den Bügel je nach Modell anpassen, doch die Möglichkeiten unterscheiden sich von Fassung zu Fassung; verlassen Sie sich daher nicht darauf.
Prüfen Sie auch, wie der Händler die Länge misst. Manche Händler messen entlang der Biegung des Bügels. Wenn Sie selbst messen, führen Sie ein flexibles Maßband oder einen Faden am Bügel entlang, vom Scharnier bis zur Spitze.
Fassungsbreite separat prüfen
Die drei Zahlen auf dem Bügel zeigen nicht, wie breit die Fassung außen ist. Dafür zählen auch die äußeren Fassungsenden und die Position der Scharniere. Die Brillenfront kann deshalb breiter sein.
Wenn der Anbieter die Gesamtbreite oder die Breite der Brillenfront nennt, vergleichen Sie diesen Wert möglichst mit demselben Maß an Ihrer alten Brille. Prüfen Sie auch, wie der Anbieter die Breite misst. Die Glashöhe steht nicht in der üblichen Zahlenfolge. Sie ist besonders wichtig, wenn Sie eine Fassung mit Gläsern für unterschiedliche Sehbereiche tragen oder suchen.
Alte Brille selbst messen
Legen Sie die Brille auf eine ebene Fläche, nehmen Sie ein Lineal und messen Sie die Glasbreite an der breitesten horizontalen Stelle. Messen Sie die Stegbreite zwischen den Gläsern an der schmalsten Stelle. Für die Bügellänge folgen Sie dem Bügel vom Scharnier bis zur Spitze. Wenn möglich, vergleichen Sie zusätzlich die äußere Frontbreite direkt mit der Angabe des Anbieters.
Notieren Sie die Werte und vergleichen Sie sie mit den entsprechenden Angaben zur neuen Fassung. Verlassen Sie sich nicht allein auf Bezeichnungen wie S, M oder L: Anbieter teilen die Größen unterschiedlich ein. Mit den Maßen können Sie die Auswahl eingrenzen, doch sie ersetzen keine Anprobe oder Anpassung durch einen Optiker.
Warum gleiche Maße anders sitzen
Gleiche Zahlen bedeuten nicht automatisch, dass die Brille gleich sitzt. Fassungsform, Frontbreite und Stegkonstruktion verändern, wie die Brille auf Gesicht und Nase aufliegt. Eine Fassung mit verstellbaren Nasenpads sitzt anders als eine mit festem Steg, selbst wenn die angegebene Stegbreite übereinstimmt.
Die alte Brille eignet sich außerdem nur als Vergleich, wenn sie tatsächlich gut sitzt und nicht verzogen ist. Wenn sie schief sitzt oder rutscht, können ihre Maße zu einer ähnlichen Fehlpassform führen. Das gilt auch, wenn sie drückt. Lassen Sie den Sitz im Zweifel beim Optiker beurteilen.


