Bei einer Brille mit Gleitsichtgläsern kommt es neben Form und Farbe der Fassung vor allem auf die Glashöhe und den Sitz an. Gleitsichtgläser haben Sehbereiche für die Ferne, den Zwischenbereich und die Nähe. Damit du durch jeden Bereich richtig siehst, muss das Glasdesign zur Fassung passen und die Fassung stabil sitzen.

Auch eine große Fassung eignet sich nicht automatisch. Eine flache Form ist ebenfalls nicht grundsätzlich ungeeignet. Entscheidend ist, ob das Glasdesign in der getragenen Fassung genug Platz hat und sich richtig vor den Augen ausrichten lässt.

Glashöhe richtig einschätzen

Die Fassungsscheibenhöhe ist die Höhe der Glasform. Die Einschleif- oder Anpasshöhe gibt an, auf welcher Höhe das Glas für die Anpassung ausgerichtet wird. Dazu misst der Augenoptiker unter anderem den Abstand von der Pupillenmitte zum unteren Fassungsrand.

Gleitsichtgläser brauchen Platz für ihre verschiedenen Sehbereiche. Wie viel Höhe nötig ist, hängt vom Glasdesign und der Lage seiner Bezugspunkte ab. Deshalb geben Hersteller je nach Design unterschiedliche Mindesthöhen an. Rodenstocks technische Übersicht für 2026 nennt für mehrere Designs zum Beispiel Mindesteinschleifhöhen von 16 bis 20 Millimetern und Mindestscheibenhöhen von 24 bis 28 Millimetern. Diese Werte gelten für die aufgeführten Rodenstock-Designs, nicht für alle Gleitsichtgläser.

Eine flache Fassung kann zu einem Kurzdesign passen, also zu einem Gleitsichtglasdesign, das für eine geringere Höhe vorgesehen ist. Der Augenoptiker prüft, ob das konkrete Glasdesign in die ausgewählte Fassung passt. Die Fassungsmaße allein reichen dafür nicht aus.

Der Sitz verändert die Messung

Zuerst muss der Augenoptiker die Fassung so anpassen, dass sie bequem und stabil sitzt. Rutscht die Fassung auf der Nase, verändern sich Position und Winkel der Gläser vor den Augen. Das gilt ebenso, wenn sie schief sitzt oder zu weit vom Gesicht absteht.

Erst wenn die Fassung sitzt, misst der Augenoptiker die Zentrierdaten. Sie zeigen, wo die Pupillen hinter den Gläsern liegen. Je nach Fassung und Glasdesign misst er auch den Abstand zwischen Auge und Glas sowie die Neigung der Fassung. Diese Werte beschreiben, wie die Brille tatsächlich getragen wird, und helfen dabei, die Gläser passend einzuarbeiten.

Achte beim Anprobieren darauf, ob die Fassung sitzen bleibt, ohne zu drücken. Der Augenoptiker kann Nasenauflage und Bügel häufig anpassen. Rutscht die Fassung danach noch oder sitzt sie schief, muss er das vor der Zentrierung berücksichtigen.

Wann eine Fassung zu wenig Glashöhe bietet

Schmale oder flache Fassungen bieten weniger Platz in der Höhe. Für die Sehbereiche eines bestimmten Gleitsichtglases kann dieser Platz fehlen. Ob die Brille geeignet ist, richtet sich nach dem Zusammenspiel von Fassung und Glasdesign. Stilrichtung und Material allein entscheiden darüber nicht.

Stark gebogene, sportliche Fassungen stellen zusätzliche Anforderungen an die Gläser. Dafür sind ein passendes Glasdesign und eine sorgfältige Anpassung nötig. Die Eignung richtet sich nach Form, Glashöhe und Sitz, während Material und Randart allein nicht darüber entscheiden. Die Fassung kann aus Metall oder Kunststoff bestehen und einen Vollrand, Halbrand oder keinen Rand haben.

Wenn du eine besonders flache Fassung möchtest, wähle sie zusammen mit dem Augenoptiker aus. So könnt ihr prüfen, ob es ein passendes Kurzdesign gibt und ob in der vorgesehenen Trageposition genug Platz bleibt.

Fassung und Gläser gemeinsam auswählen

Am besten gehst du so vor:

  1. Fassung anprobieren und anpassen lassen. Sie sollte bequem sitzen und im Alltag nicht verrutschen.
  2. Die nutzbare Glashöhe prüfen lassen. Entscheidend ist, wie viel Höhe die Fassung im getragenen Zustand bietet, nicht nur, wie groß der Rahmen wirkt.
  3. Das Glasdesign mit der Fassung abgleichen. Der Augenoptiker prüft, welche Mindesthöhen für dieses Glas gelten.
  4. Zentrieren lassen, wenn die Fassung sitzt. Bei der Abgabe sollte der Augenoptiker auch prüfen, ob die fertige Brille richtig sitzt.

Beim Onlinekauf passt der Augenoptiker die Fassung häufig nicht direkt an dein Gesicht an und kann die Messwerte nicht in der endgültigen Trageposition ermitteln. Angaben zur Fassung helfen bei der Vorauswahl, ersetzen diese Schritte aber nicht. Kläre vor der Bestellung, wie ein Augenoptiker die Brille anpasst und zentriert.