Lassen Sie beim Optiker prüfen, ob sich das Modell für Ihre Gläser eignet. Außerdem sollte der Optiker die Brille in der angepassten Trageposition vermessen.

Randlos oder Halbrand?

Bei einer echten randlosen Brille sind die Gläser meist an den Befestigungspunkten gebohrt oder geschlitzt. Steg und Bügel werden dort direkt angebracht. Eine Halbrandbrille, auch Nylorbrille genannt, funktioniert anders: Ein dünner Nylonfaden hält einen Teil des Glases in einer Nut.

Die Bauweise bestimmt, wie das Glas bearbeitet und befestigt wird. Wenn Ihnen vor allem die dezente Optik gefällt, fragen Sie beim Anprobieren nach, ob das Modell tatsächlich randlos oder eine Halbrandfassung ist.

Leichte Optik, offene Glaskanten

Wenig sichtbares Fassungsmaterial lässt das Gesicht optisch weniger gerahmt wirken. Viele Menschen schätzen auch das geringe Gewicht. Wie leicht sich die fertige Brille anfühlt, hängt auch von den Gläsern, den Befestigungsteilen und der Anpassung ab. Eine leichte Brille kann trotzdem drücken oder rutschen, wenn sie nicht gut sitzt.

Bei randlosen Modellen liegen die Glaskanten weitgehend frei, und die Befestigung sitzt direkt am bearbeiteten Glas. Deshalb muss die Werkstatt sorgfältig arbeiten. Moderne randlose Brillen eignen sich für den Alltag, doch es gibt keine allgemeingültige Aussage dazu, wie oft sie im Vergleich zu Vollrandbrillen brechen oder wie lange sie halten. Behandeln Sie die Brille sorgfältig und lassen Sie lockere oder schief sitzende Teile beim Optiker anpassen.

Glas und Befestigung abstimmen

Wählen Sie das Glas nicht allein nach Materialnamen oder Brechungsindex aus. Entscheidend ist, ob das konkrete Glas für die Bohrung oder andere Befestigung des ausgewählten Modells freigegeben ist. Die passende Lösung hängt auch von Ihrer Sehstärke und der Form sowie Größe des Glases ab.

Bei höheren Korrektionswerten können Gläser mit höherem Brechungsindex dünner und leichter ausfallen. Wie groß der Unterschied ist, hängt vom Einzelfall ab. Daher ist ein höherer Brechungsindex nicht automatisch für jede randlose Brille zu empfehlen. Lassen Sie Optiker und Werkstatt Ihre Sehstärkenwerte, die Glasform und das Befestigungssystem gemeinsam beurteilen.

Form, Sehstärke und Sitz

Wählen Sie die Glasform nicht nur danach, wie sie im Spiegel wirkt. Bei höheren Korrektionswerten beeinflussen Glasgröße und Zentrierung ebenfalls die fertige Glasdicke. Bei Gleitsichtgläsern muss die Fassung außerdem genug Platz für die verschiedenen Sehbereiche bieten. Auch die notwendige Einschleifhöhe, also die Position, an der das Glas in die Fassung eingesetzt wird, muss stimmen.

Die Brille sollte vor dem Vermessen angepasst werden. Achten Sie beim Anprobieren darauf, ob sie stabil sitzt und an Nase oder Ohren unangenehm drückt. Anschließend wird in genau dieser Trageposition die Zentrierung bestimmt, also die genaue Position der Gläser vor Ihren Augen. Bei der Abholung lohnt es sich, Sitz und Seheindruck noch einmal prüfen zu lassen.

Randlose Brillen für Alltag und Sport

Für Büro, Freizeit oder einen zurückhaltenden Look kann eine randlose Brille gut passen. Wenn Sie sie regelmäßig beim Sport oder bei körperlicher Arbeit tragen möchten, sprechen Sie das ausdrücklich an. Für solche Einsätze empfiehlt sich eine robustere Fassung, die besser zur Belastung passt.

Klären Sie vor dem Kauf diese Punkte mit dem Optiker:

  • Ist das konkrete Glas für die Befestigung des Modells geeignet?
  • Passen Glasform und -größe zu meiner Sehstärke?
  • Sitzt die angepasste Brille stabil und bequem?
  • Wurde die Brille in dieser Trageposition zentriert?
  • Passt die Konstruktion zu meinem Alltag und zu geplanten sportlichen Aktivitäten?