Auf der Innenseite des Brillenbügels steht oft eine Zahlenfolge wie 52□18 140. Die Zahlen stehen für drei Maße in Millimetern: die Breite eines Glases, die Breite des Stegs zwischen den Gläsern und die Länge der Bügel.

Du kannst diese Maße nutzen, um Fassungen zu vergleichen. Für den Sitz zählen auch die Form und Gesamtbreite der Fassung sowie ihr Halt an Nase und Ohren.

Die Zahlen Schritt für Schritt lesen

Lies die Maßfolge von links nach rechts: Die ersten beiden Werte beschreiben Glas und Steg, der dritte den Bügel. Unterscheide die Maßfolge von der Gesamtbreite und anderen Aufdrucken.

  1. Größenangabe suchen. Klappe die Bügel auf und schau auf ihre Innenseite. Dort steht die Maßfolge häufig; bei manchen Fassungen findest du sie am Steg oder im Bereich der Nasenauflage.

  2. Drei Werte erkennen. Suche nach einer Folge wie 48-19-140 oder 54□18 135. Ein kleines Quadrat zwischen den ersten beiden Zahlen ist ein Trennzeichen, kein zusätzlicher Messwert.

  3. Erste Zahl: Glasbreite. Die erste Zahl gibt die horizontale Breite eines Glases beziehungsweise der Fassungsöffnung dafür an. Bei 48-19-140 beträgt sie 48 Millimeter. Sie bezeichnet nicht die Breite der gesamten Brille.

  4. Zweite Zahl: Stegbreite. Die zweite Zahl beschreibt die Breite des Stegs zwischen den Gläsern. Im Beispiel sind es 19 Millimeter. Der Wert gibt einen Anhaltspunkt für den Bereich zwischen den Gläsern, verrät aber nicht allein, wie die Fassung auf deiner Nase sitzt.

  5. Dritte Zahl: Bügellänge. Die letzte Zahl steht für die Länge des Bügels. Bei 48-19-140 sind das 140 Millimeter. Die Messstrecke reicht vom Scharnier bis zur hinteren Bügelspitze.

  6. Weitere Aufdrucke einordnen. Neben den drei Maßen können Modell- oder Farbkennzeichnungen stehen. Eine zusätzliche Zahl kann bei manchen Fassungen die Glashöhe angeben. Deshalb gehört nicht jede Ziffer auf dem Bügel zur Größenangabe.

Glasbreite und Gesamtbreite

Bei 52□18 140 ist jedes Glas 52 Millimeter breit, der Steg 18 Millimeter und der Bügel 140 Millimeter lang. Addierst du beide Glasbreiten und die Stegbreite, erhältst du einen groben Richtwert für den mittleren Bereich der Fassung. Die Summe misst aber nicht genau die gesamte Front. Die tatsächliche Breite hängt auch von der Bügelform ab. Scharniere und Materialstärke spielen ebenfalls eine Rolle.

Als grobe Richtwerte gelten Glasbreiten von etwa 40 bis 62 Millimetern, Stegbreiten von 14 bis 24 Millimetern und Bügellängen von 120 bis 150 Millimetern. Diese Bereiche sind keine festen Grenzen für jedes Modell und sagen nicht voraus, ob eine Fassung zu deinem Gesicht passt.

Häufige Lesefehler vermeiden

Lies jede Zahl zusammen mit ihrer Bedeutung. Die Maße verraten nicht alles über Sitz und Passform.

Die erste Zahl als Gesamtbreite lesen: Sie gibt die Breite eines Glases oder der Öffnung in der Fassung an. Für die ganze Front reicht dieser Wert nicht aus.

Die Zahlen mit S, M oder L gleichsetzen: Die Angaben sind einzelne Maße in Millimetern. Sie bilden keine universelle Einteilung nach Gesichtsgröße.

Das Quadrat als Maß oder Rechenzeichen verstehen: Es trennt in der üblichen Schreibweise die Glasbreite von der Stegbreite.

Die Größe mit der Sehstärke verwechseln: Die drei Werte beschreiben die Fassung. Es sagt nichts über die Korrektionsstärke der Gläser aus.

Gleiche Zahlen als Passgarantie nehmen: Zwei Fassungen mit identischen Maßen können wegen ihrer Form unterschiedlich sitzen. Auch eine passende Bügellänge allein garantiert keinen guten Halt.

Alte und neue Brille vergleichen

Wenn du eine neue Fassung auswählst, kannst du die Zahlen deiner bisherigen Brille als Ausgangspunkt nehmen. Ähnliche Werte für Glasbreite, Stegbreite und Bügellänge erleichtern den Vergleich. Prüfe auch die Gesamtbreite und die Form der Fassung, denn die drei Zahlen zeigen diese Merkmale nicht vollständig.

Achte beim Anprobieren darauf, ob die Fassung ohne Druck sitzt, nicht rutscht und die Bügel angenehm hinter den Ohren liegen. Lass die Fassung beim Augenoptiker anpassen, wenn sie Druckstellen verursacht, rutscht oder du bei der Größe unsicher bist.