Welche Brille passt, hängt davon ab, in welcher Entfernung Sie sehen und welchen Schutz Sie brauchen. Im Alltag brauchen Sie eine Brille, mit der Sie in den passenden Entfernungen scharf sehen und die bequem sitzt: Beim Lesen brauchen Sie klare Sicht in der Nähe, am Bildschirm auf den Arbeitsabstand abgestimmte Gläser, beim Autofahren klare Sicht und beim Sport Schutz vor Stößen.

Eine Brille für mehrere Situationen ist praktisch, deckt aber nicht automatisch alle Sehentfernungen und Sicherheitsrisiken ab. Entscheiden Sie zuerst, wofür Sie die Brille brauchen, und wählen Sie danach Gläser und Fassung.

Die Einsatzbereiche im Vergleich

Einsatzbereich Worauf es besonders ankommt
Alltag und Freizeit Gute Sicht in den häufig benötigten Entfernungen, bequemer Sitz und bei Sonne UV-Schutz
Lesen Eine Nahkorrektur, die zum persönlichen Leseabstand passt
Bildschirmarbeit Scharfe Sicht auf Monitor und Tastatur im tatsächlichen Arbeitsabstand
Autofahren Ausreichende Sehschärfe, freie Sicht zur Seite und passende Gläser für die Lichtverhältnisse
Sport Sicherer Halt und Schutz, abgestimmt auf die Verletzungsgefahr der Sportart

Alltag und Freizeit

Für die Alltagsbrille zählt, ob sie die Entfernungen abdeckt, die Sie im Tagesverlauf tatsächlich brauchen. Wer abwechselnd in die Ferne, auf Gesprächsdistanz und in die Nähe schaut, kann Gläser nutzen, die mehrere Sehstärken in einem Glas vereinen. Gleitsichtgläser haben Bereiche zum Sehen in die Ferne, auf mittlere Entfernung und in der Nähe. Wie gut Sie die einzelnen Bereiche nutzen können, hängt von der Anpassung und Ihren Tätigkeiten ab.

Achten Sie auch auf den Sitz: Die Fassung sollte stabil bleiben, ohne zu drücken oder das seitliche Sichtfeld unnötig einzuschränken. Wenn Sie häufig draußen sind, kommen UV-Schutz und Blendschutz hinzu. Die Blendschutzkategorie beschreibt, wie viel sichtbares Licht das Glas durchlässt. Sie sagt allein jedoch nichts über den UV-Schutz aus. Prüfen Sie daher beide Angaben. Die Kategorien 2 und 3 eignen sich für viele sonnige Außenbedingungen; Kategorie 4 ist für sehr helle Umgebungen wie Hochgebirge gedacht und nicht für den Straßenverkehr geeignet.

Lesen

Beim Lesen muss die Brille auf die Nähe und den Abstand abgestimmt sein, in dem Sie Buch, Tablet oder Handarbeit halten. Eine Lesebrille korrigiert Ihre Sicht für nahe Entfernungen. Für Menschen, die in der Ferne keine Korrektur benötigen, kann sie ausreichen. Wer auch für die Ferne eine Korrektur braucht, benötigt möglicherweise eine andere Lösung, etwa Mehrstärkengläser.

Eine Lesebrille mit unpassender Stärke oder für einen anderen Leseabstand verbessert den Lesekomfort möglicherweise nicht. Lassen Sie Ihre Sehstärke bestimmen, besonders wenn sich Ihr Sehen verändert oder Beschwerden dazukommen. Eine frei verkäufliche Lesebrille ersetzt keine Augenuntersuchung.

Bildschirmarbeit

Am Bildschirm sollte die Brille zu den Entfernungen passen, in denen Sie arbeiten. Dazu zählen der Abstand zum Monitor und zu weiteren Arbeitsflächen. Der Berufsverband der Augenärztinnen und Augenärzte nennt für den Monitor einen typischen Abstand von 50 bis 80 Zentimetern. Wer häufig vom Bildschirm zur Tastatur oder zu Unterlagen blickt, sollte auch diese Entfernungen bei der Anpassung berücksichtigen.

Eine Arbeitsplatzbrille ist auf die Entfernungen abgestimmt, die Sie bei einer bestimmten Tätigkeit sehen müssen. Sie kann sinnvoll sein, wenn Sie mit Ihrer Alltagsbrille den Monitor nicht bequem sehen, etwa weil der Bereich zwischen Nähe und Ferne zu eng ist. Eine Entspiegelung verringert störende Reflexe auf den Brillengläsern, ersetzt aber keine passende Sehstärke.

Blaulichtfilter sind kein gesicherter Schutz vor typischen Beschwerden am Bildschirm. Eine Cochrane-Übersicht, also eine systematische Auswertung von Studien, fasste 2023 die Ergebnisse von 17 randomisierten Studien zusammen, in denen die Teilnehmenden zufällig einer Gruppe zugeteilt werden. Sie fand kurzfristig keinen nachgewiesenen Vorteil bei der Verringerung der Augenbelastung. Wichtiger sind eine passende Korrektur und ein Abstand, der zu Ihrer Tätigkeit passt. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie die Augen fachlich untersuchen lassen.

Für spezielle Sehhilfen an Bildschirmgeräten gibt es in Deutschland feste Regeln. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung beschreibt, wann eine solche Sehhilfe infrage kommt und welche Pflichten Arbeitgebende dabei haben. Daraus ergibt sich kein pauschaler Anspruch auf eine Bildschirmbrille für jede beschäftigte Person.

Autofahren

Beim Autofahren brauchen Sie eine ausreichende Sehschärfe und ein freies Sichtfeld. Die Fassung darf den Blick zur Seite nicht stören. Wer laut Führerscheinauflage eine Sehhilfe tragen muss, muss sie beim Fahren nutzen. Die Fahrerlaubnis-Verordnung verlangt für die dort geregelten Fahrerlaubnisklassen eine zentrale Tagessehschärfe von mindestens 0,7 auf jedem Auge, mit oder ohne Sehhilfe. Gemeint ist die Sehschärfe beim Blick geradeaus bei Tageslicht. Dieser Wert ist eine Anforderung für den Sehtest beim Führerscheinerwerb und keine Garantie für dauerhaft ausreichendes Sehvermögen.

Bei Sonne muss eine Sonnenbrille die nötige Sehstärke korrigieren und darf nicht zu dunkel sein. Kategorie 4 ist für den Straßenverkehr ungeeignet. Für Dämmerung und Nacht sind klare Gläser die bessere Wahl; getönte Gläser und Gelbfilter können das Dämmerungssehen beeinträchtigen. Saubere, entspiegelte Gläser helfen, störende Reflexe zu verringern. Prüfen Sie bei wechselnder Helligkeit, ob selbsttönende Gläser zu Ihrem Einsatz passen, und beziehen Sie Tunnelfahrten sowie Dämmerung in die Einschätzung ein.

Lassen Sie Ihr Sehvermögen regelmäßig kontrollieren. Wenn Sie schlechter sehen, stark geblendet werden oder bei Dämmerung Probleme haben, lassen Sie die Ursache fachlich abklären. Eine Ersatzbrille im Auto ist sinnvoll, wenn Sie auf eine Sehhilfe angewiesen sind.

Sport

Beim Sport hängt die Brillenwahl davon ab, ob Bälle, Schläger, Körperkontakt, Wind oder Fremdkörper die Augen gefährden. Eine normale Alltagsbrille oder Sonnenbrille schützt die Augen nicht zuverlässig vor Stößen oder Treffern durch einen Ball. Bei einem Bruch können Brillenteile zudem Verletzungen verursachen.

Wählen Sie bei erhöhtem Verletzungsrisiko eine Sportbrille, die für die jeweilige Sportart ausgelegt ist. Gläser, die Stöße aushalten, und ein sicherer Sitz sind wichtig. Die Fassung sollte bei Bewegung nicht verrutschen. Diese Anforderungen zählen mehr als die Form der Fassung. Für viele Sportarten werden bruchsichere Kunststoffgläser wie Polycarbonat empfohlen. Prüfen Sie außerdem, ob die Brille Wind und Fremdkörper abhält und bei Aktivitäten im Freien ausreichenden UV-Schutz bietet.

Kontaktlinsen korrigieren die Sicht beim Sport, schützen die Augen aber nicht vor Stößen. Bei Ball- oder Kontaktsport bleibt eine geeignete Schutzbrille nötig, wenn die Augen gefährdet sind. Die passende Ausrüstung richtet sich nach der konkreten Sportart; Empfehlungen und Anforderungen sind nicht für alle Sportarten gleich.