Rodenstock Gravur

Gespräch mit Hardy Rodenstock über Weinfälschungen

Mit einer normalen Brille sind keine Gravuren zur Bestimmung der Linsenstärke notwendig. Die Rodenstock GmbH steht für deutsche Markenqualität bei Brillengläsern. Der Sammler und Raritätenhändler Hardy Rodenstock ist ein weltbekannter Experte für alte Weine. Durch die Mikrogravuren, die von jedem Hersteller aufgebracht werden, wird das Glas horizontal markiert, die Mitte zwischen diesen beiden Gravuren bildet den Prismenbezugspunkt. Auch Kettenreparaturen, Löten und Gravieren sowie viele andere Kleinreparaturen können ohne Verlassen der Werkstatt durchgeführt werden.

Gespräch mit Rodenstock über Weinfälschungen

Der Rodenstock, Raritätensammler und -händler, ist ein weltbekannter Kenner alter Weinsorten. Wurden die Abnehmer so blauäugig oder unbedarft oder die Weinsorten so gut gefälscht? H.R. Ja, es gibt Fakes und ich habe sie bereits zurückgegeben. Ich sagte Sotheby' s, aber die Lösung war prägnant, die Flaschen kamen aus der besten Herkunft und waren sicherlich real.

Da war der Anklage des amerikanischen Winzers Wilhelm I. Koch, der 1787 die Firma und 1784 die Firma Brand Monde aus der bekannten Kollektion des Künstlers Lafitte erwarb - vier Bouteillas. Auf einmal sagte er, dass die Th.J.-Gravuren auf den Weinflaschen gefälscht seien und deutete an, dass die Weinflaschen aus Ihrem Weinkeller waren. Man hatte die 1985 in einem Lagerhaus in Paris gefundenen Fläschchen aus dem ausgehenden 18. Jh. erstanden.

Monsieur Koch hat mir nie eine Trinkflasche abgekauft. Außerdem muss eindeutig nachgewiesen werden, dass diese vier Fläschchen wirklich aus der Entdeckung von Paris kommen. Mit diesen Fläschchen kann in den vergangenen 19 Jahren viel geschehen sein. Ein Beispiel: Bei uns wurden drei Fläschchen "1787 Tsd. Lafitte" in einer anonymen Auktion ersteigert, die nicht aus meinem Bestand, sondern vermeintlich aus einem Eidg.

Hieraus folgt, dass Fläschchen ohne genaue Herkunft im Umlauf sind. Im Chriestie's, wo am 5. 12. 1985 ein 1787er Lamborghini für 420.000 DM ersteigert wurde - immer noch ein Rekord - wurde die Trinkflasche eingehend durchsucht. Dann ließ ich eine weitere Probeflasche an der ETH und an der University of London unterziehen.

Jahrhunderts, das Korkalter ist mit dem des Weines gleich, der seinerseits keinerlei Anzeichen der verstärkten radioaktiven Strahlung aufwies, die im zwanzigsten Jh. nach dem Abfallen der Bomben auf die Japaner ausging.

Aktuelles: Der amtliche Glasexperte von Chriestie's untersuchte vor kurzem eine 1784 verkaufte Jquem, die 1986 auf Verlangen des Erwerbers versteigert wurde und eindeutig bescheinigte, dass es sich bei den Gläsern und Gravuren um französische Originale aus dem ausgehenden 18. H.R.: Flaschenform und -typ, Etiketten und Kapseln zeigen dem Genießer schon von außen, ob ihn Ursprünglichkeit erwarte.

Auch der Kork ist ein Indiz. Ich bekomme immer Wein geschenkt. Die Altgläser unterscheiden sich von den neuen, die Originalkapsel kann nicht kunstvoll nachgeahmt werden, ebenso wenig wie der leicht poröse Kork oder der "Originalschmutz", der sich im Laufe der Jahre zwischen Kork und Hülse ausbildet. Mit dem bloßen Blick ist ersichtlich, ob ein Label veraltet oder auf veraltet ist.

H.R.: Bei Jungweinen sind Handhabungen nicht so leicht zu entdecken, da sie in der Praxis meist brandneu sind. Lösen Sie die Hülse, ziehen Sie die Hülsen mit dem Amerikanischem Schraubenzieher heraus, machen Sie eine 2 aus der 0, schieben Sie den Stopfen wieder rein, setzen Sie die Hülse darauf - und die Gewinnspanne ist hoch. Warnung vor Wein mit frischen Kapseln und neuen Kork ohne Angabe des Ortes und der Sorte des neuen Korkens.

Der Weinbau ist nicht ernsthaft beeinträchtigt, das Genießen großer historischer Tropfen ist immer noch eines der schönste Erlebnisse. Ich hatte drei Vierteln meiner Jahrgangsweine 2008 en primur geklaut, und meine 2009s waren fünf Monate vor ihnen auf der Straße - Gott sei Dank! Eine Freundin von mir hatte auf einer Pétrus-Box 2008 entdeckt, dass die oberste Zeile richtige Weinflaschen hatte.

Unglücklicherweise muss man alle Kästen bei Erhalt aufmachen und kontrollieren - mir ist es schon sechsmal vorgekommen, dass nur 11 statt 12 Fläschchen in der Dose waren. Ob es nun die Mitarbeiter im Schloss oder in der Speditionsabteilung sind, es ist der LKW-Fahrer, der schummelt - ich weiss es nicht, aber ich vermute, dass es bei den vielen Milliarden Fläschchen, die jedes Jahr von den Schlössern in alle Ecken der Erde geschickt werden, immer noch ein böses Aufwachen gibt.

Aufregend ist es immer, den Kork aus einer Moutonflasche von 1945, 1921 oder 1900 zu holen. Die guten alten Tropfen - und es gibt viele davon bis zum Ende unserer Tage - sind wie ein Erbe jener Menschen, die die Weintrauben geerntet und den Tropfen vor 50, 100 Jahren und früher hergestellt haben.

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